Mohlstraße 6
78532 Tuttlingen
Frage: Was ist der unterschied zwischen Remi und nicht Remi Haar?
Antwort:
Wie ist der Aufbau eines Haares und aus was besteht ein Haar
überhaupt?
Nüchtern
betrachtet, ist das Haar nichts weiter als ein totes, aus verhorntem Eiweiß
(Keratin) bestehendes Anhanggebilde der Haut. Dies bedeutet aber nicht, dass es
keine Einflussmöglichkeiten auf das Erscheinungsbild dieser ´toten´ Materie
gäbe. Zum besseren Verständnis muss man sich aber mit dem Haaraufbau etwas
vertraut machen. Man kann drei wesentliche Bereiche unterscheiden:
1.) Der Markkanal (Medulla) bildet wie ein Röhrchen die Mitte des Haares. Er
ist oft nur unregelmäßig bzw. gar nicht mit dem sogenannten Mark gefüllt. Bei
der Färbung des Haares kommt diesem Teil keinerlei Bedeutung zu.
2.) Die Faserschicht (Kortex) nimmt ungefähr 80 % des Haares ein. Gebildet wird
die Faserschicht aus feinen, verhornten, kabelähnlichen Fasern, die sich zu
Faserbündeln zusammenschließen und die in eine Kittsubstanz eingebettet sind.
Einzelfasern vernetzen die Faserbündel und geben dem Haar so seine Festigkeit.
Für die Farbbehandlung hat die Faserschicht vor allem deshalb große Bedeutung,
weil in ihr die natürlichen Farbpigmente des Haares eingelagert sind. Aber auch
wesentliche individuelle Eigenschaften eines Haares (Elastizität, Widerstandsfähigkeit
usw.) werden durch die Qualität der Faserschicht bestimmt.
3.) Die Schuppenschicht (Cuticula) bildet die äußere Schicht des Haares. Sie
besteht aus flachen, plattenförmigen, verhornten, transparenten Zellen, die das
Haar ringförmig umgeben. Fünf bis zehn Schuppenlagen, die dicht übereinander
liegen, halten das Haar "zusammen" und schützen es vor äußerer
Belastung. Die Schuppen liegen in Wachstumsrichtung überlappend übereinander,
ähnlich wie etwa ein Tannenzapfen. Diese gleich gerichtete Orientierung ist
wichtig, um ein Verhaken der Schuppenschicht benachbarter Haare und damit ein
Verfilzen zu verhindern. Beim Toupieren werden gezielt Haare durch
´Gegenkämmen´in eine andere Orientierung gebracht,
es
wird also gewollt ´verfilzt´.
Bei gesundem Haar liegen die Schuppen eng an den Haarschaft an, und brechen
hierdurch das auf sie fallende Licht in gleicher Form, das Haar ´glänzt´. Durch
das glatte Anliegen an den Haarschaft lassen sie aber auch sehr gut die in der
darunter liegenden Faserschicht eingelagerten Farbpigmente durchscheinen,
wodurch die Haarfarbe kräftig und ´satt´ erscheinen lässt.

Wie
schon an anderer Stelle angedeutet reagiert das ´tote` Haar durchaus auf
Umwelteinflüsse. Haare sind hygroskopisch, d.h. sie nehmen bis zu 30% Wasser
auf und verändern sich dadurch. Einmal verändert sich dabei durch den
Quellvorgang der Durchmesser um bis zu 14%, zum anderen lässt sich das Haar in
nassem Zustand um bis zu 70% dehnen, deutlich mehr als in trockenem Zustand
(50%). Gleichzeitig aber reagiert das Haar sensibler auf Belastung, denn
während ein trockenes, europäisches Haar im Durchschnitt ein Zuggewicht von 80
-100g aushält, verringert sich dies im nassem Zustand um rund ein Drittel.

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Die das Haar bildende, so genannte Haarwurzel liegt in einer
Einstülpung der Haut, dem Haarfollikel. Das untere Ende ist etwas dicker und
umschließt die so genannte Haarpapille, in der die ´Mutter´- oder
Matrixzellen sitzen, die durch Zellteilung den eigentlichen Aufbau der
Haarsubstanz verursachen. Diese Haarsubstanz wird kontinuierlich neu gebildet
und durch einen Kanal zur Hautoberfläche gedrückt. Im Verlauf dieses
Prozesses verhornen die Zellen und bilden den Haarschaft, der ausschließlich
aus toten, keratinisierten Zellen besteht. Damit wird deutlich, dass auch
Haarersatz oder eingebrachte Haarteile grundsätzlich keine andere Pflege als
das eigene Haar benötigen, sofern sie in ihrem Haaraufbau nicht beschädigt
worden sind, denn in beiden Fällen handelt es sich um ´tote´ Zellsubstanz.
Aus diesem Grunde ist auch die weit verbreitete Meinung, ein Haarschnitt
könne das Haarwachstum stimulieren, als Fehlinformation einzustufen. |
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Bekanntermaßen wachsen unsere Haare, aber dies ist keineswegs
ein unendlicher Prozess wie viele glauben, sondern es gibt verschiedene
Wachstumsphasen, an deren Ende der genetisch vorprogrammierte Haarausfall
steht. Grundsätzlich kann ein Haar etwa 7 Jahre alt werden, Männerhaare haben
einen kürzen Lebenszyklus als Frauenhaare. Während der sogenannten Wachstums-
oder Anagenphase, die etwa 90% des Lebenszyklus oder rund 6 Jahre dauert,
wächst das Haar jeden Tag etwa 0,3 - 0,4 Millimeter, pro Jahr sind dies etwa
10-15 cm. Danach gibt es eine kurze Übergangs- oder Katagenphase, die nur
drei bis vier Wochen dauert. In dieser Zeit wächst das Haar nicht mehr
weiter, die haarbildenden Zellen bilden sich zurück und die Haarwurzel
verkürzt und verdickt sich. Zu guter Letzt folgt die drei- bis viermonatige
Ruhe- oder Telogenphase. In der Zeit sitzt das Haar nur noch im oberen Ende
des Haarfollikels. Anschließend fällt das Haar aus. Gesunde Menschen
verlieren pro Tag etwa 100 Haare. Nach einiger Zeit wird das Haarfollikel
wieder aktiviert und bildet erneut ein Haar. Während des Menschenlebens kann
ein Follikel etwa 10 -12 mal ein Haar bilden. Der gesamte Haarwuchs ist sehr
weitgehend genetisch geprägt, nicht nur was die Länge und die Häufigkeit des
Haarlebenszyklus angeht, sondern auch die Haardichte (Rothaarige haben
weniger Haare als Blonde) und die Haardicke. Es gibt also grundsätzlich keine
exakten Werte, sondern nur eine statistische Bandbreite. |
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