Mohlstraße 6
78532 Tuttlingen
Frage: Aus was besteht das Haar eigentlich? Haarstruktur und Aufbau!
Antwort:
Es wird ja im Internet immer viel über Tempelhaare
berichtet, aber kaum einer beschäftigt sich mit den Hintergründen. Dies holen
wir jetzt hier nach.
Die dominierende Religion Indiens ist bekanntlich der Hinduismus. Der
Hinduismus kennt viele Gottheiten, aber die bekanntesten sind einmal der Gott
Brahma - der Schöpfer, der Gott Shiva - der Zerstörende und der Gott Vishnu -
der Erhaltende. Diese Drei sorgen für das Gleichgewicht der Welt, was aber
natürlich die Gläubigen nicht abhält, sich schwerpunktmäßig mal auf den einen,
mal auf den anderen zu konzentrieren. Die Anhänger des Gottes Vishnu haben den
Vaishnavismus entwickelt, eine der drei wesentlichen Strömungen im Hinduismus.
Der Mythologie nach hat Vishnu, als er seine Frau Lakshmi geheiratet hat, ein
rauschendes Fest gefeiert, das zum größten Teil kreditfinanziert war. Die
Zinsen für diesen Kredit versprach Vishnu zurückzuzahlen, und seine Anhänger
betrachten ihre Spenden, egal ob Geld oder Sachspenden, als ihren Beitrag zu
Vishnus Kreditfinanzierung. Soweit in ganz groben Zügen zu den mythologischen
Hintergründen.
Dem Gott Vishnu wird in vielen Tempeln Indiens gehuldigt, u.a. auch im
Bundesstaat Andra Pradesh im Süden des Landes. Dort, etwa 130km entfernt von
Chennai, dem früheren Madras, befindet sich in den Tirumala-Bergen die Stadt
Tirumala mit dem Tirupati-Tempel.Es wird ja im Internet immer viel über
Tempelhaare berichtet, aber kaum einer beschäftigt sich mit den Hintergründen.
Dies holen wir jetzt hier nach.
Die dominierende Religion Indiens ist bekanntlich der Hinduismus. Der
Hinduismus kennt viele Gottheiten, aber die bekanntesten sind einmal der Gott
Brahma - der Schöpfer, der Gott Shiva - der Zerstörende und der Gott Vishnu -
der Erhaltende. Diese Drei sorgen für das Gleichgewicht der Welt, was aber
natürlich die Gläubigen nicht abhält, sich schwerpunktmäßig mal auf den einen,
mal auf den anderen zu konzentrieren. Die Anhänger des Gottes Vishnu haben den
Vaishnavismus entwickelt, eine der drei wesentlichen Strömungen im Hinduismus.
Der Mythologie nach hat Vishnu, als er seine Frau Lakshmi geheiratet hat, ein
rauschendes Fest gefeiert, das zum größten Teil auf Kredit finanziert war. Die
Zinsen für diesen Kredit versprach Vishnu zurückzuzahlen, und seine Anhänger
betrachten ihre Spenden, egal ob Geld oder Sachspenden, als ihren Beitrag zu
Vishnus Kreditfinanzierung.
Soweit in ganz groben Zügen zu den mythologischen Hintergründen.
Dem Gott Vishnu wird in vielen Tempeln Indiens gehuldigt, u.a. auch im
Bundesstaat Andra Pradesh im Süden des Landes. Dort, etwa 130km entfernt von
Chennai, dem früheren Madras, befindet sich in den Tirumala-Bergen die Stadt
Tirumala mit dem Tirupati-Tempel.

In diesem Tempel komplex steht u.a. eine über
zwei Meter große Statue des Gottes Balaji, der eine der vielen Inkarnationen
ist, die Vishnu bei Bedarf annehmen kann.
Der
Tempel gehört zu den reichsten Indiens, nicht nur aufgrund der umfangreichen
Geld- und Sachspenden, die täglich von tausenden Pilgern aus aller Welt dort
abgegeben werden, sondern auch dadurch, dass im Kalyana Katta Komplex des
Tempels Hunderte von Frisören und seit 2005 auch Frisörinnen damit beschäftigt
sind, willigen Pilgern, etwa 25.000 pro Tag, die Schädel kahl zu scheren.
Die
Pilger zahlen für das Scheren eine kleine Gebühr. Hintergrund für dieses Ritual
ist nicht etwa, dass die Haare als Sachspende gesehen werden, sondern dass die
Pilger durch das Abschneiden der Haare ihre Unterwürfigkeit gegenüber ihrem
Gott demonstrieren wollen. Die Haare verbleiben im Tempel, wo sie gesammelt und
dann auf Auktionen verkauft werden, wobei der Erlös natürlich wieder dem Tempel
zu Gute kommt. Dies hat aber auch durchaus positive Auswirkungen auf die
Allgemeinheit, denn der Tempel finanziert auch soziale Einrichtungen wie z.B.
Krankenhäuser u.ä.. Angeblich ist es ein Muss, dass die Haare nur in den Export
gehen dürfen.
Tatsächlich
geht ein großer Teil der Haare zur Weiterverarbeitung nach China, ein kleinerer
Teil nach Europa und die USA. Egal, was Sie in irgendwelchen Anzeigen über die
Herkunft irgendwelcher Haarteile lesen, Sie können davon ausgehen, dass
zumindest der weitaus größte Teil der auf dem Weltmarkt gehandelten, hochwertigen
Haarteile im Original aus Indien stammt. 2005 hat Indien für rund 300 Mill. USD
Haare exportiert, allein aus Tirupati kamen 400t. Alle Großen der Branche, wie
z. B. der italienische Hersteller Great Length, verwenden Haare aus Indien
(Quelle:
wie auch in Fachmagazinen und in den Medien Beschrieben wird) .
Es sei aber nicht verschwiegen, dass nicht alle indischen Haare auf dem
Weltmarkt aus indischen Tempeln kommen. Findige Geschäftemacher haben auch in
Indien längst erkannt, dass man mit den Haaren richtig gut Geld verdienen kann.
Scouts rennen mittlerweile über Land und bieten Frauen an, ihre Haare
abzukaufen, und nicht wenige Frauen verdienen sich mit ihren Haaren ein
kleines, willkommenes Taschengeld zum Unterhalt ihrer Familie.
Und wir wollen Ihnen auch die Schattenseiten dieses an sich positiven Aspektes
in einer relativ armen, durch eine hohe Analphabeten rate gekennzeichneten
Gesellschaft nicht verschweigen: Nicht alle Frauen schneiden die Haare
freiwillig ab, sondern werden z.T. von ihren Männern mit Nachdruck dazu
gebracht, diese zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen. Es gibt auch
Berichte, dass Frauen und Mädchen die Haare gewaltsam abgeschnitten worden
sind. Die indische Regierung hat das Problem nach eigener Aussage erkannt und
geht entsprechenden Anzeigen oder Hinweisen nach, so sie denn zu ihrer Kenntnis
gebracht werden.
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